Überraschende Parallelen für wirkungsvolle Trainings
Raschelndes Laub unter den Füßen oder raschelnde Seminarunterlagen. Die Stille des Waldes oder die konzentrierte Atmosphäre eines Seminarraums. Auf den ersten Blick könnten klassische Trainings und Waldbaden kaum unterschiedlicher sein – oder? Als ausgebildete Train the Trainerin und Kursleiterin für Waldbaden sind mir überraschende Parallelen aufgefallen. Hier einige meiner Erkenntnisse für wirkungsvolle Trainings, ob im Seminarraum oder im Wald.

Alle Sinne ansprechen in Kontakt kommen
Gute Trainings wirken nicht nur über den Kopf. Im Wald höre ich das Rauschen der Blätter, spüre den Boden unter den Füßen, rieche die Waldluft. Im Seminarraum kann ich mit Bildern, Bewegung und interaktiven Elementen alle Sinne einbeziehen und so tieferes Lernen ermöglichen.
Sowohl im Wald als auch im Seminarraum beginne ich mit einer Vorstellungsrunde, bei der jede Stimme gehört wird. Warum? Wer einmal gesprochen hat, macht eher weiter mit. Ich interessiere mich für die Teilnehmenden, nenne klare Lernziele und schaffe eine offene Atmosphäre.
Fragen als Wegweiser
Statt zu dozieren, stelle ich Fragen, die Gedanken und Gefühle in Bewegung bringen: Ergründende Fragen wie „Erzähl mal, was du im Wald wahrnimmst…“ oder „Beschreibe, wie du diese Aufgabe angehst…“ wechseln sich ab mit lösungsorientierten Fragen wie „Was denkst du, wie es funktionieren könnte?“ Fragen signalisieren Interesse und steuern gleichzeitig die Gedanken in eine bestimmte Richtung.
Interaktiv statt frontal
Wir merken uns wohl nur 10 Prozent von dem, was wir lesen, aber 90 Prozent von dem, was wir tun. Diese Zahlen aus der Train-the-Trainer Ausbildung sind womöglich übertrieben, aber aktives Lernen ist sicherlich wirkungsvoller als passives Berieseln lassen. Dieses Prinzip gilt im Wald wie im Seminarraum. Es braucht einen Mix aus Wissen, aktivem Tun und – wenn möglich – Draußenzeit für nachhaltige Lernerfolge.
Alle drei bis fünf Minuten wechsle ich die Methode: von Input zu Frage, von Erklärung zu Ausprobieren. Im Wald passiert das von selbst, dort gibt es keinen langen Input, vieles geschieht nonverbal. Im Seminarraum plane ich diese Wechsel bewusst ein. Ob durch Wahrnehmungsübungen im Wald oder kreative Methoden im Seminarraum – wenn wir beide Gehirnhälften ansprechen, verankern wir Lerninhalte tiefer.

Gruppendynamik und Feedback
„Einer schlechte Laune, alle schlechte Laune“ – dieser Grundsatz gilt überall. Gute Stimmung in der Gruppe ist essenziell. Im Wald hilft die natürliche Umgebung dabei, im Seminarraum müssen wir aktiv daran arbeiten.
Die Analogie des „Spiegeleis“ nutze ich für Feedbackrunden in beiden Kontexten: Was war das Gelbe vom Ei? (das Beste) Was war so lala? (mittelmäßig) Was fehlt noch? (Verbesserungspotenzial) Die 3 W’s des Feedbacks geben zusätzliche Struktur: Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch. „Ich habe gesehen… das wirkt auf mich… ich wünsche mir…“
Störungen konstruktiv lenken
Das Themenzentrierte-Interaktions-Dreieck (TZI) nach Ruth Cohn hilft, Störungen zu verstehen und einzuordnen – ob sie vom Ich, dem Wir, dem Thema oder dem größeren Kontext herrühren. Deshalb gilt in beiden Settings: Störungen haben Vorrang, aber wir können sie als Trainer konstruktiv lenken. Skalierungsfragen helfen zusätzlich, Befinden, Kenntnisse oder Motivation abzufragen: „Auf einer Skala von 1-10, wie vertraut fühlst du dich mit diesem Thema?“

Struktur mit Puffer
Wie bei einer Waldwanderung plane ich meine Trainings mit Must-Haves, Nice-to-Haves und Puffern. Bei Seminaren hilft mir eine Excel-Tabelle, den Überblick zu behalten und trotzdem flexibel zu reagieren. Denn hier liegt der entscheidende Unterschied: Ein Dozent zeigt Inhalte, eine Trainerin lässt damit arbeiten und bewirkt Veränderung. Im Wald wie im Raum geht es mir darum, Entwicklung zu ermöglichen.
Fazit: Etwas „Waldweisheit“ für den Trainingsraum
Was ich vom Wald für meine Trainings gelernt habe:
Sehen wir uns bald im Wald? Gerne stelle ich ein individuelles Programm mit passenden Schwerpunkten zusammen, für mehr Teamspirit, Outdoorerlebnisse oder Stressreduktion.
Hej, ich bin Peggy, Texterin für B2B-Unternehmen, ausgebildete Train the Trainerin und Kursleiterin für Waldbaden. Mit meinem Textbüro Wandelpunkt bringe ich komplexe Inhalte verständlich und unterhaltsam auf den Punkt.
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